Keramik und Bioverträglichkeit

 

Zahnersatz ist über viele Jahre, manchmal über Jahrzehnte, in der Mundhöhle. Daher spielt die Verträglichkeit des eingesetzten Materials eine entscheidende Rolle, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Fast 40 Prozent der Befragten halten die Verträglichkeit von Zahnersatz für die wichtigste Materialeigenschaft, noch vor der Haltbarkeit und der Ästhetik.

 

 

Keramik – ein besonders verträgliches Material

 

Keramik ist ein gut verträgliches Material, Allergien gegen diesen Stoff oder Wechselwirkungen mit anderen Materialien sind bisher nicht bekannt. Das liegt vor allem daran, dass Keramik so gut wie gar nicht mit seiner Umgebung reagiert. Ein weiterer Vorteil der Keramik: ihre geringe Temperaturleitfähigkeit. Rein metallische Kronen oder Brücken können den Schluck heißen Kaffee schon mal auf den darunter liegenden Zahnstumpf übertragen und einen kurzen Schmerzreiz auslösen. Keramikoberflächen sind zudem sehr homogen und glatt, daher können sich Beläge dort weniger gut anheften.

 

 

Gerne metallfrei

 

Der Wunsch vieler Patienten nach metallfreiem Zahnersatz ist nicht neu. Haben sich doch oft über Jahrzehnte die unterschiedlichsten Materialien in der Mundhöhle angesammelt: Amalgamfüllungen, Goldinlays und verschiedene metallische Legierungen in Form von Kronen und Brücken. Alle diese Materialien halten dem Kaudruck stand und bleiben über viele Jahre stabil.

 

Für sich genommen sind sie alle gut verträglich. Vereinzelt kann es aber eben doch zwischen den unterschiedlichen Metallen über den verbindenden Speichel zu Wechselwirkungen, wie zum Beispiel elektrischen Spannungen kommen, insbesondere dann, wenn die Metalle sich in direkter Nachbarschaft befinden oder es unterschiedliche Metallarten sind. Zahnersatz aus Vollkeramik schafft hier Abhilfe. Mittlerweile können viele Schäden an einzelnen Zähnen oder Zahnlücken mit dentalen Keramiken behandelt werden.



Keramik – Potential und Grenzen

 

Waren es vor 10 bis 15 Jahren vorwiegend einzelne Zähne, die mit Vollkeramikkronen oder Inlays versorgt wurden, können heute Brücken vollständig aus Keramik gefertigt werden. Beim implantatgetragenen Zahnersatz greifen Zahntechniker ebenfalls auf die modernen Keramiken zurück. Doch trotz der vielen Möglichkeiten dentale Keramiken einzusetzen gibt es Grenzen. Beim Kombinationszahnersatz beispielsweise kann der herausnehmbare Teil – also die Prothese – nicht rein aus Keramik gefertigt werden. Beim festsitzenden Teil versorgen Zahntechniker die Pfeilerzähne bereits heute in manchen Fällen mit keramischen Käppchen.

 

Große, abnehmbare Brücken, die auf wenigen Pfeilern gelagert einen ganzen Zahnbogen ersetzen, erfordern ebenso ein metallisches Gerüst. Trotz der enormen Fortschritte bei der Biegefestigkeit, reichen die Werte der Oxidkeramiken nicht an die Eigenschaften von Metall heran. Bei Prothesen greifen Zahntechniker meistens auf Kunststoffzähne zurück. Kommt es zu Schäden an den Kunststoffzähnen, sind diese leichter zu reparieren als bei keramischen Prothesenzähnen.

 

 

 

[Quelle: Initiative proDente e.V.]

 

 

 

 

 

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